Reisebericht über unsere Bildungsreise

Bei der Organisation dieser Bildungsreise hatten beide Hersteller sofort zugesagt und auf unser Team abgestimmte Programmpunkte vorgeschlagen. Natürlich hatte das die Vorfreude gesteigert und dass unsere Vorstellungen bei weitem übertroffen werden sollte, war uns zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal bewusst. 

Zu unserem Verkaufsteam gehören aktuell Jasmin Tan, Nicole Reller, die Geschäftsführung Laura und Josias Sigrist und ich, Selina Haas, die heutige Erzählerin. Auf die Reise begeben haben wir uns zu viert; Josias Sigrist hatte sich entschieden bei den Kindern zu bleiben. 

 

Die Abreise war sehr früh am Montag Morgen. Die Vorfreude war gross und die Stimmung im Auto gut. Laura hat uns souverän durch den Verkehr gebracht und wir anderen hatten Zeit uns auszumalen, was uns erwarten würde. Früher als geplant, sind wir in Bayreuth bei der Firma Steingraeber angekommen und wurden auch schon herzlich von Fanny und Delia Steingraeber empfangen. Die Ankunft bei diesem traditionsreichen Hersteller ist äusserst spektakulär: Am Rand der malerischen Altstadt von Bayreuth entdeckt man in einem grossen historischen Gebäude den Sitz von Steingraeber. Das ehrwürdige Gebäude beinhaltet das Museum, welches die Geschichte der Firma aufzeigt, die grosse Klavier-, sowie die Flügelausstellung, ein Raum für Aufnahmen und Konzerte, die Wohnung der Familie Steingraeber, die Verwaltung und Apartments für Besuchende und Kund*innen. 

Damit wir erleben können, was Kund*innen erfahren, wenn sie sich ihr Instrument direkt vor Ort aussuchen möchten, wurden wir eingeladen während unseres Aufenthaltes in den Apartments zu wohnen. Diese Wohnungen sind schon ein Erlebnis für sich: 

Auf verschiedenen Stockwerken im Gebäude verteilt liegen diese; angrenzend ans Museum und die Ausstellung der Flügel und Klaviere. Der Schnitt einer Wohnung unterscheidet sich stark von den jeweils anderen. Das Apartment, welches sich Laura und ich teilten, hatte einen kleinen Flügel im Wohnzimmer, eine eigene Küche und verlief über zwei Stockwerke. Von oben konnte man direkt zur Produktion rüber schauen. Den anderen zwei erging es aber auch nicht schlechter: Zu ihrer Wohnung gehörte ein grosszügiger Wintergarten, den Fanny Steingraebers Grossmutter noch eingerichtet und mit Pflanzen bestückt hatte. In diesem schönen Raum durften wir am zweiten Tag eine Verkaufsschulung von Fanny Steingraeber persönlich erleben.

Das erste grosse Highlight nach einer ausgiebigen Führung durch das historische Haus und alle Räumlichkeiten, war ein exklusiver Rundgang durch die Manufaktur. Diese Werksführung war einmalig. Wir kommen zwar selber aus dem Fachgebiet Klavierbau, aber gehen gewisse Arbeitsschritte ganz anders an, weil sich Neubau und Reparatur oder Revision stark von den Herausforderungen her unterscheiden. Wenn wir in der Revision ein gleiches Bauteil anfertigen, wie die Kolleg*innen im Neubau, gehen wir völlig anders vor, weil wir es ans bestehende Instrument anpassen und in der Fertigung das Instrument bei vielen Arbeitsschritten oft noch unvollständig ist.

Wir alle haben die detaillierte Werksführung und das Eintauchen in fachliche Gespräche sehr genossen. Wir durften die Instrumente von ihrer Grundkonstruktion verstehen lernen und deren Materialauswahl und Fertigung nachvollziehen. Ganz nach unserem Tempo durften wir die verschiedenen Arbeitsschritte anschauen und keine Frage blieb unbeantwortet. 

 

Am nächsten Morgen durften wir die Produktion noch einmal individuell besuchen und uns mit den Mitarbeitenden unterhalten. Die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen an dem Ort in Kombination mit grossem Fachwissen und der Identifikation mit der Marke Steingraeber hat uns sehr beeindruckt. Wir alle waren uns danach sicher: unsere Kunden dürfen sich auf eine grossartige Zeit in Bayreuth freuen, wenn sie sich auf den Weg begeben, ihr eigenes Steingraeber Instrument zu finden.

 

Tags darauf ging die Fahrt für uns weiter. Die Landschaft veränderte sich schnell. Wir sind am Erzgebirge vorbei durch die schöne Stadt Dresden hoch bis fast an die tschechische Grenze gefahren. Die Fahrt ging schnell vorbei, denn das bereits Erlebte gab für uns alle viel Denk- und Gesprächsstoff. 

In Löbau angekommen waren wir bereit uns ganz auf die Geschichte und die Menschen hinter der berühmten Marke August Förster einzulassen.

 

Wer jetzt denkt, dass Hersteller von ein und denselben Produkten, also Flügel und Klavieren, doch alle etwa gleich sind: weit gefehlt, kann ich jetzt sagen. Schon durch den Standort an der Grenze Deutschlands und die Orientierung Richtung Osten, hat August Förster eine individuelle Firmengeschichte, geprägt durch historisch bedingte Erfolge und Krisen, eine grosse Verwurzelung an ihrem Standort und eine sofort merkbare Erfahrung in der Zusammenarbeit mit wichtigen Komponisten und Akademien auch über die Landesgrenze hinaus nach Tschechien und Russland. 

Während dem Rundgang durch die Manufaktur, bei der Stärkung mit Kaffee und Kuchen und bei einem anschliessenden langen und ehrlichen Gespräch in der Instrumentenausstellung wurde uns allen ein ständiges Gefühl des Willkommenseins und der Freude über unseren Besuch vermittelt. Uns wurde erneut bewusst, wie beeindruckt wir sind, wie August Förster seit so vielen Jahrzehnten eine so verlässliche hochstehende Qualität an Instrumenten herstellt und das in einem preislich absolut konkurrenzfähigen Niveau. Zu Recht sind die Fachleute in Löbau Stolz auf ihre Produkte und wir freuen uns, dass wir eine solche Marke bei uns vertreten dürfen. 

Bevor wir die lange Heimreise angetreten sind, wurde uns noch eine besondere Ehre zu Teil: was eigentlich der Geschäftsleitung vorbehalten ist, durften wir als ganzes Team erleben und uns einen Flügel für unsere Ausstellung aussuchen. Einmal auf der Seite der Auswählenden zu stehen, war ganz neu und hat uns grosse Freude bereitet. 

Wer sich einmal ansehen und anhören möchte welches Bijoux wir uns ausgesucht haben – der Flügel steht seit kurzem bei uns im Flügelsaal.

 

Mit viel neuem Wissen und einem grossen Gefühl der Verbundenheit unseren Herstellern gegenüber, sind wir am 4. Tag zurück in die Heimat gefahren. 

Ein grosser Dank gilt den Menschen vor Ort, die sich so viel Zeit genommen haben und uns so viel Zuwendung geschenkt haben. Auch ein grosses Danke gilt unserer Geschäftsleitung für die Möglichkeit einer solchen Reise.
Und zu Ihnen kann ich sagen: Kommen Sie vorbei und spielen Sie die schönen Instrumente an, die von Steingraeber und August Förster bei uns stehen. Ein Besuch bei uns ist immer ein kleines Fest und wir haben noch viel mehr zu erzählen!

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